Irgendwann in der 5. oder 6. Klasse konnte ich plötzlich nicht mehr die Englischtests am Tageslichtprojektor erkennen, sodass ich einen Sehtest brauchte.

Der ergab leider, dass ich ab sofort eine Brille tragen musste. Das war für mich völlig unverständlich, da ich ja die einzige in der Familie war, die nun eine Brille brauchte. Nach einer längeren Zeit hatte ich mich wohl daran gewöhnt und mittlerweile auch verschiedene Brillenmodelle ausprobiert. Doch je mehr Teenager ich wurde, desto mehr störte mich die Brille, besonders im Sommer, wo man baden geht, eine coole Sonnenbrille tragen will usw. Ich entschied mich also für Kontaktlinsen, welche ich nachfolgend wohl an die 10 Jahre trug. Mein Gesicht ohne Brille wurde zur Normalität. Schwierig war es beim Schwimmen oder morgendlichen Aufwachen, aber man gewöhnt sich ja an vieles. Lange Nächte sorgten für trockene Augen, was oft unangenehm war. Nach unserer Hochzeit 2014 entschied ich mich wieder zur Brillenträgerin zu werden und holte mir eine sehr dezente und extrem leichte Brille. Das Problem mit den trockenen Augen, vor allem im Job (arbeite in Reinräumen) verflog und ich war zufrieden. Zumindest bis der nächste Sommer kam.

Das man seine Augen lasern kann, hatte ich bis dahin schon öfter gehört, aber erst als ich auf mir Bekannte Menschen traf, die diese Laser-OP bei sich haben durchführen lassen, wurde ich hellhörig und begann mich zu informieren. Plötzlich eröffneten sich für mich völlig neue Möglichkeiten. Das wollte ich auch. Sehen können ohne Brille!

Es hat dann bestimmt nochmal 1 oder 1,5 Jahre gedauert, aber ich habe es machen lassen und bin super glücklich damit. Klar ist es mir am Anfang noch mehrfach passiert, dass ich nach dem morgendlichen Gesicht-waschen nach der Brille griff. Die war aber schon längst verräumt, sodass ich über mich selbst und meine Gewohnheiten schmunzeln musste.

Die OP habe ich in Worms bei Dr. Werner und Kollegen durchführen lassen. Das Team würde ich auf alle Fälle empfehlen!

Am Tag der OP war ich dann doch ziemlich aufgeregt. Eine Beruhigungspille war zum Glück im Preis inbegriffen… 😉 Die OP selbst ging super schnell vorbei. Schmerzen hatte ich im Grunde nicht. Der Druck beim Schneiden des Flaps war aber doch etwas unangenehm, sodass ich nachdem das erste Auge fertig war, fragte, ob das zweite denn jetzt auch noch sein müsse. Ich habs durchgezogen und gefühlt hat das zweite Auge halb so lange gedauert, wie das erste. Danach hat mich mein lieber Mann samt Sohnemann in Empfang genommen. Die Augen mussten noch bis zum Abend am besten permanent geschlossen bleiben. In den ersten Stunden gab es, wie vorher angekündigt, einige unangenehme Momente. Es gab eine Batterie an Augentropfen, die regelmäßig angewendet werden mussten, dazu. Als ich am Abend meine Augen „benutzte“, funktionierten sie einwandfrei. Krass! Einfach gigantisch.

Ich kämpfte noch etwa 1,5 Wochen mit trockenen Augen und tropfte an manchen Tagen gefühlt minütlich nach. In der Zeit habe ich mich doch einige Male gefragt, was ich mir da nur angetan habe und ob es das Wert gewesen sei – mit der Vorstellung von da an permanent am Augentropf zu hängen.

Nun, 4 Monate später, habe ich keinerlei Beschwerden mehr, dafür aber 100% Sehkraft. Einfach genial! Selbstverständlich ist das nicht, aber manchmal vergesse ich komplett, dass ich 17 Jahre ein Brille brauchte.

Hier jetzt noch einige bildliche Eindrücke der OP (LASIK). Wem das zu eklig ist (verstehe ich), einfach weiter surfen 😉

Die Zange zum Öffnen des Auges ist angelegt. Mit dem Stift wird der Flapschnitt angezeichnet.
Nachdem mit Hilfe einer kleinen Saugglocke Unterdruck erzeugt wurde, schneidet das Messer den Flap.
Der Flap wird mit einem kleinen Stab zur Seite gelegt.
Der Flap liegt links, das Auge wird für ca. 20 Sekunden gelasert. Man riecht es.
Der Flap wird zurückgelegt. Alle Luftblasen werden beseitigt. Pinsel legen den Flap glatt. Fertig. Das ganze hat unter 3 Minuten gedauert.