Bei der Suche nach Weihnachtsgeschenken bin im Greenpeace Magazin Shop gelandet und habe dieses Buch gesehen (https://www.greenpeace-magazin.de/warenhaus/produkt/vier-fuers-klima). Eigentlich lese ich nicht besonders viel. Nicht weil ich es nicht gerne mache, sondern weil ich einfach keine Zeit dafür finde. Daher war ich anfänglich, trotz großem Interesse, versucht es wieder aus dem Einkaufswagen zu löschen. Doch ich tat es nicht und fand Anfang des Jahres zum Glück auch direkt Zeit das Buch zu lesen. Da mich das Thema interessiert, habe ich das Buch mit seinen 286 Seiten ratzfatz durchgelesen. Der Gedanke, die grundlegenden Aussagen dieses Buches auf unserem Blog zusammen zu fassen, kam mir relativ früh und nun möchte ich das in die Tat umsetzen. Grundlegend geht es im Folgenden um gut recherchierte Fakten direkt vom Buch übernommen. Ich erzähle also keine schön zu lesenden Geschichten. Das Buch ist ganz das Gegenteil. Alles ist in eine Geschichte verpackt, sodass es richtig Freude macht zu lesen.

  1.  Den WWF-Klimarechner (https://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner/) kann jeder nutzen, um herauszufinden, wie viele Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) er/sie emittiert.
    • Wenn es gerecht verteilt wäre, dürfte jeder Mensch auf dieser Erde nur 2,2 Tonnen CO2 im Jahr emittieren.
    • Der Durchschnittsdeutsch verbraucht 11 Tonnen CO2.
    • Jeder deutsche Mitbürger bekommt bereits 1 Tonne CO2 pro Jahr angerechnet, verteilt man die CO2-Emissionen der staatlichen Belange auf alle (bleiben 1,2 Tonnen für den Eigenbedarf).
    • Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) bietet kostenlose bzw. sehr günstige Energieberatungen an (https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/index.html). Dies wird vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt. Kontaktaufnahme ist super einfach und schnell.
      • Die Energieberatung findet große oder alte Stromfresser und rät, wenn nötig dazu, diese zu ersetzen.
      • Es wird darauf hingewiesen, Geräte nicht im Stand-by-Modus laufen zu lassen, sondern sie komplett auszuschalten.
      • Generelle Nutzung von Wäschetrocknern wird hinterfragt, da diese sehr viel Energie benötigen.
      • Der Wärmeverlust des Hauses wird gemessen und eventuelle Undichtigkeiten gefunden. Hier kann man nach Empfehlung z.B. Türen oder Fenster professionell abdichten lassen, um den Energieverbrauch zu vermindern.
  2. Unsere Ernährung sorgt für einen Großteil unserer CO2-Emissionen: Anbau, Düngung, Ernte, Lagerung, Transport
    • Generell gilt „VV ist besser als FF“, was so viel bedeutet, wie regional = “von um die Ecke“/vegan/vegetarisch ist besser als eingeflogene Lebensmittel und Fleisch.
    • Wasser ist lebenswichtig. Das am besten und strengsten kontrollierte Wasser ist unser Trinkwasser. Leitungswasser zu trinken schont also nicht nur die Umwelt, sondern auch meine Gesundheit. Flaschen schleppen ade.
    • Regionale Produkte verbrauchen für den Transport fast kein CO2. Daher gelten regionale Produkte als klimafreundlicher. Wenn es dann eine Südfrucht sein muss, lieber aus Spanien mit dem LKW transportiert, als eingeflogen.
    • Fleischkonsum reduzieren, wenn Fleisch, dann Wildschwein! Klimatechnisch gesehen werden für die Herstellung von 1 kg Schwein oder Huhn 3 kg CO2 verbraucht, für die Herstellung von 1 kg Rind sind es 11 kg CO2. Daher ist die Reduktion von Rindfleisch und Kuhprodukten (Milch, Käse, Joghurt) generell zu empfehlen, um CO2 zu sparen.
    • Vor allem Bioprodukte zu kaufen ist für die CO2-Bilanz in erster Linie uninteressant. Ein großer Vorteil von Bioprodukten ist allerdings die zusätzliche Unterstützung des Lebensraumes anderer Tiere sowie die geringere Schadstoffbelastung.
      • Ausnahme macht hier der konventionell hergestellte Kürbis, denn dieser verbraucht nur 16 g CO2 pro 1 kg Kürbis, was daran liegt, dass der Dünger hier sehr effizient aufgenommen und umgesetzt wird.
    • Äpfel sollten in der Saison (ab ungefähr August) bevorzugt aus dem eigenen Garten oder von regionalen Streuobstwiesen bezogen werden. Ist das nicht möglich, lieber regionale Bioäpfel kaufen. Im Winter und im Frühjahr gelagerte Bioäpfel kaufen. Von April bis Juli importierte Bioäpfel von der Südhalbkugel oder 3 Monate auf Äpfel verzichten, zumal es ausreichend andere Obstsorten gibt (Erdbeeren, Himbeeren, …)
    • Produkte, wie z.B. Wein müssen weit transportiert werden, was zu einem hohen CO2 Ausstoß führt. Hier lieber zu regionalen Weinen greifen.
    • Der Genuß von Flugmangos lässt die Frage offen, ob wir wirklich alles, was es auf der Welt gibt, brauchen? Der Verzicht bewahrt vor ökologischen Schaden. Allerdings leben auch viele Arbeiter vom Verkauf ihrer Mangos. Bei solchen Produkten sollte möglichst auf Zertifikate geachtet werden, auch wenn die Zertifikate nicht immer astrein sind, zeigt es doch, dass ich als Konsument eine bewusste Entscheidung treffe und das Bemühen und den Versuch „besser zu sein“ sehe und unterstütze.
  3. Der Energieverbrauch im Haus kann durch den Einsatz von Energiesparlampen oder besser noch LEDs enorm reduziert werden. Mittlerweile sind diese Lampen auch nicht mehr nur grell, sondern können auch warmes, angenehmes Licht machen. Dabei auf der Verpackung auf den Kelvin-Wert achten, denn der steht für den Gemütlichkeitsfaktor. Je niedriger der ist, desto gemütlicher (bis 3300 Kelvin sind sie warmweiß, darüber neutralweiß und ab 5300 Kelvin sind sie tageslichtweiß). Die Helligkeit der Lampe wird in Lumen angegeben. Generell gilt folgendes: „LEDs mit 430 Lumen und unter 3300 Kelvin für die Wohnräume, LEDs mit 730 Lumen und unter 3300 Kelvin für die Diele, solche mit 730 Lumen und 4000 Kelvin für die Küche, eine mit über 5000 Kelvin für sein Arbeitszimmer.“ Alte Halogenstrahler zu ersetzen ist schnellstmöglich anzuraten, um jede Menge Energie zu sparen. Kein Licht anmachen hilft aber auch.
  4. Beim Thema Energie kann man auch gleich über Strom reden. Hier kann man eine ganz bewusste und recht simple Kaufentscheidung treffen, um als Konsument Einfluss zu nehmen. Der Wechsel zu Ökostrom, am besten in einer Genossenschaft organisiert, wird meist vom Stromanbieter nach Anmeldung selbstständig übernommen. Total easy. Persönlich empfehle ich hier den Wechsel zu EWS (https://www.ews-schoenau.de). Wir sind sehr zufrieden. Der Strom kommt weiterhin aus der Steckdose und die Preise sind relativ stabil. Zusätzlich unterstützen wir dadurch verschiedene Förderprogramme und stemmen die Energiewende mit.
  5. Für den eigenen Garten sollte man auf Torf und Kunstdünger komplett verzichten. Besser legt man einen eigenen Kompost an und düngt damit.
  6. Ein großes Thema in Bezug auf meine Klimabilanz ist das Fliegen. Fliegen verbraucht unverhältnismäßig viel CO2. Wenn möglich, sollte man darauf verzichten und Alternativen nutzen. Wenn das nicht möglich ist, kann man Flüge „klimakompensieren“. Zum Beispiel bietet die Firma atmosfair (https://www.atmosfair.de/de/) diese Klimakompensation an. Dabei spendet man einen von atmosfair berechneten Betrag für seinen Flug, welcher dann wiederum an ein Projekt weitergeleitet wird, welches zur Einsparung von CO2 führt, wie z.B. die Verteilung von energieeffizienten Holzöfen in Entwicklungsländern, um Wälder, Gesundheit und Geldbeutel armer Haushalte zu schützen. Weitere unterstütze Projekte sind auf der Internetseite vorgestellt. Generell sparen die atmosfair Klimaschutzprojekte nicht nur CO₂, sondern fördern auch nachhaltige Entwicklung durch Technologietransfer und Armutsbekämpfung. Eine sehr transparente Firma mit hohen Zielen und Auszeichnungen. Zusätzlich beachtenswert, ist die Frage, ob die Entfernung mit der zeitlichen Verweildauer an dem beflogenen Ort im richtigen Verhältnis steht. Den Schnäppchenjäger hier unbedingt ausschalten und mit Bedacht den Urlaubsort, sowie die Urlaubslänge wählen.
  7. Der Ruf eines Elektroautos eine Null-Emission an CO2 zu haben ist falsch, da bei der Herstellung des Autos und der Batterie, sowie für den bezogenen Strom ebenfalls CO2-Kosten anfallen. Ein neues Elektroauto zu kaufen, statt das Alte weiter zu fahren rentiert sich klimatechnisch meist nicht. Genaue Recherche ist hier gefragt. Statt selbst zu besitzen, könnte man die Car Sharing Optionen seiner Stadt prüfen.
  8. In Deutschland wird im Vergleich recht wenig Geld für den Radnetzausbau pro Kopf ausgegeben. Hier kann man sich politisch und lokal einsetzen, um das zu ändern und zu verbessern, denn Fahrradfahren ist gut für die Umwelt, die Gesundheit und macht mehr Spaß mit ausgebautem Fahrradnetz.
  9. Verpackungsmüll sparen, z.B. durch Einkaufen auf Märkten, unverpackt Läden oder in dem man sich Wurst und Käse in die eigne Dose und Brot und Brötchen in den eigenen Stoffbeutel geben lässt. To-Go Artikel sollten tabu sein!
  10. Produkte mit dem „Blauen Engel“ Siegel sollten bevorzugt gekauft werden (z.B. Toilettenpapier, Druckerpapier).
  11. Im Bereich Kleidung gibt es einiges, was man tun kann. Zum Beispiel gibt es die Mietkleidung, die man nach Nutzung zurückschicken kann (https://stay-awhile.de) oder eine 30-Stücke Challenge, bei der man mit 30 seiner Kleidungsstücke versucht 30 Tage auszukommen. Man kann auch vor Ort eine Kleidertauschparty organisieren oder kaputte Hosen (beispielsweise) zur Reparatur an eine lokale Schneiderei geben. Besonders teuer ist das wirklich nicht. Mit dem Thema Kleidung kann man sich lang und breit auseinandersetzen. Der CO2 Ausstoß ist enorm und die Lebensdauer vieler Kleidungsstücke sehr gering. Am besten fährt man hier mit Verzicht. Muss es dann doch sein, sollte man sich folgende Fragen beim Kauf stellen:
    • Wie oft werde ich das Kleidungsstück tragen?
    • Wie lange wird es halten?
    • Wie viele dieser Art besitze ich bereits?
    • Was ist mit der Umwelt und den Menschen, die es hergestellt haben?
  12. Im Bereich Hobbies gibt es einige mit hervorragender Klimabilanz, wie z.B. Lesen (hier verbraucht die E-book-Reader weniger CO2, als immer wieder neue Bücher drucken zu lassen, alternativ kann man Bibliotheken nutzen) und Sport (außer Großevents). Was habt ihr für klimaschonende Hobbies?

Viele kleine Veränderungen sind gut in das Leben integrierbar. Wer zusätzliche Kraft zur Veränderung hat, sollte möglichst aktiv werden und sich politisch einsetzen. Wenn man zum Aktiv-Handelnden wird, wird man sehr schnell sehen, dass man etwas bewirken kann. Hier muss aber immer zwischen Moral und Eigennutz unterschieden werden.

Möchte man anderen von seinen neuen Erkenntnissen und Überzeugungen berichten, ist beim Thema Klimaschutz mit besonderer Achtung vorzugehen, da es schnell falsch verstanden wird, denn jeder ist betroffen. Hier ist es hilfreicher auf Fakten zu verzichten und stattdessen Geschichten zu erzählen. Daher nehmt diese Auflistung hier nicht persönlich. Es soll eine reine Informationsquelle darstellen! Genaue Daten und Fakten hinter den Aussagen findet man im Buch selbst. Daher hier noch mal die Empfehlung zum Lesen!

Viele Grüße, Kristin