Nachhaltigkeit, was ist das eigentlich? Laut Wiki ist die moderne, umfassende Bedeutung ein „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“.

Letztlich läuft es also darauf hinaus, dass Menschen, die gleichen Bedingungen vorfinden – in Zukunft und auch jetzt in allen Teilen der Welt. Im Grunde ein Prinzip der Nächsten Liebe, denn ich sorge mit meinen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Entscheidungen dafür, dass es auch anderen Menschen gut geht und sie die Chance auf ein gutes Leben haben, so wie ich eines führen darf. Ich habe also Verantwortung. Ist diese Verantwortung zu groß für mich? Dazu fällt mir immer folgendes Zitat ein:

„Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Ich finde, dass das Gesicht der Welt gerade nicht sehr sehenswert ist. Ok, wenn ich auf einen Berg hochkraxele und eine hervorragende Aussicht genießen darf, dann sieht alles echt gut aus. Ich bin dann immer begeistert, wie schön die Welt sein kann. Aber schaue ich genauer hin, finde ich oft Müll herumliegen. Da braucht man gar nicht lange suchen, sogar oben auf einem Berg. Jedes bisschen Müll gehört jemanden, entweder absichtlich oder aus Versehen verloren, haben diese Jemande ihre Verantwortung gegenüber der Welt nicht wahrgenommen. Warum? Mal ganz zu schweigen von den riesigen Müllbergen in zum Beispiel Malaysia oder im Ozean schwimmend. Wer hat dafür die Verantwortung?

Was ich noch ziemlich hässlich an unserer Welt finde sind zum Beispiel die katastrophalen Arbeitsbedingungen, die manche Menschen erleiden müssen. Kein oder gekürzter Lohn, keine Pausen, keine Toiletten, keine Schutzausrüstung, kein Wochenende oder Urlaub, keine Krankentage,… (z.B. Fleischindustrie oder Orangen-Plantagen in Brasilien). Dafür habe ich kein Verständnis. Nein ehrlich, ich verstehe es nicht! Wie kann das sein? Ich kann es mir eigentlich gar nicht vorstellen, wie sowas genau aussieht oder dazu gekommen ist, wenn ich daran denke, welchen Job ich ausüben darf und wie gut es mir dabei geht. Übrigens, es gibt auch sehr viele Menschen, die in sklavenähnlichen Verhältnissen leben. Kinder, die in die Versklavung hinein geboren werden (siehe z.B. Indien). Sklaverei? Gibt es das echt heute noch? Quatsch! Oder doch? Mehr Infos unter: www.ijm-deutschland.de.

Leider gibt es noch weitaus mehr hässliche Orte auf der Welt zu betrachten (Kinder in Prostitution, Hunger, Krieg, Unterdrückung und Landraub, Missbrauch,…). Das macht mich traurig. Schuldige zu benennen, macht hier keinen Sinn (obwohl ich denke, dass ein Großteil meiner (Kauf-)Entscheidungen einen Einfluss haben). Viel eher die Frage, was kann ich tun?

Ich denke, zuerst ist es wichtig, sich zu fragen, ob man das eigentlich alles so schlimm findet oder es einem einfach egal ist. Das muss ich für mich definitiv und sofort mit „JA“ beantworten, „ich finde das extrem schlimm!“. Ich frage mich, wann ich mein OK dafür gegeben habe? Wurde ich überhaupt gefragt? Ich bin auch irgendwie sauer, dass es so läuft, wie es läuft und das Gefühl hilflos zu sein und Null-Einfluss zu haben, ist lähmend. Ich will etwas ändern, aber wie und welche Veränderung würde Einfluss haben? Ich denke wieder an: …viele kleine Dinge tun…

Dann habe ich angefangen mich Thema für Thema zu informieren und versucht kleine Schritte zu gehen. Bisher nicht alles mit Erfolg, aber so einiges gefällt mir richtig gut. Zudem habe ich festgestellt, dass es nicht reicht, sich einmal damit auseinander zu setzen und dann weiter zu machen wie bisher. Der Mensch braucht immer wieder einen neuen Input, um am Ball zu bleiben. Denn wir sind Gewohnheitstiere und Veränderungen fallen uns unglaublich schwer. Auch mir! Neuen Input gibt es viel (z.B. Newsletter von www.smarticular.de abonnieren oder auf www.utopia.de).

Zum Thema zurück, warum mir Nachhaltigkeit wichtig ist. Ich möchte ein gutes Leben führen, aber denke auch, dass das Jedem zusteht (Recht auf Essen, Unterkunft, Bildung). Daher versuche ich so oft es geht über mich hinaus zu schauen (es fällt schwer!!) und die Auswirkungen meines Handelns, meiner Kaufentscheidungen, meiner Gewohnheiten zu überblicken und hoffentlich etwas zu ändern, wenn es katastrophal aussieht.