Es ist wieder die Zeit des Jahres auf die wir alle sehnsüchtig warten. Nach des Winters Kälte und den regnerischen Tages des Übergangswetters sieht man endlich die zarten Blüten der ersten Blumen sich dem länger werdenden Tagen zustrecken. Die Luft scheint klarer zu werden und uns juckt es in den Fingern unsere Steuererklärung zu machen.

Die Steuererklärung ist wie jedes Jahr fällig. Bis zum 31. Mai 2018 muss alles in Sack und Tüten sein. Glücklicherweise gibt es einige Helfer, die uns ein Teil der Arbeit abnehmen und uns mit Hinweisen durch das Erstellen einer Steuererklärung leiten. Die Steuererklärung als Darlegung von Einnahmen und diversen Ausgaben gegenüber dem Finanzamt ist die eine Sache, die Verfolgung aller Ausgaben die Andere.

Seit Ende 2014 versuchen Kristin und ich unsere Ausgaben cent-genau zu verfolgen. Die Frage ist, wie viel Geld geben wir für was aus und welche finanziellen Ressourcen haben wir? Um nicht für alle Ausgaben eine Quittung abheften zu müssen und um unsere Ausgaben für die kommenden Monate abschätzen zu können führen wir eine inzwischen groß gewordene Excel-Tabelle. In diese werden alle Ausgaben eingetragen, die wir vom Nettogehalt durchführen. Mit Hilfe dieser Tabelle können wir am Ende jedes Jahres sehen, wohin unsere hart erarbeiteten Euros gegangen sind. Zusätzlich kann man spannende Veränderungen zwischen den Jahren entdecken. Es ist wie eine Zeitreise in das vergangene Jahr und nicht selten fragt man sich warum so viel Geld in einem bestimmten Bereich versackt sind. Nicht zu letzt kann man mit dieser wunderbaren Tabelle Diagramme erstellen. Hier gibt es die drei Diagramme der letzten Jahre.

Welche Kategorien gibt es?

Wir haben uns für 16 Basiskategorien entschieden und es ist noch eine Nachwuchs-Kategorie dazugekommen. Die Kategorienamen erklären sich meistens von selber. Es war nicht immer einfach alle Kategorien sauber von einander zu trennen, da argumentativ manche Ausgaben in unterschiedliche Kategorien fallen können.  Mit der Zeit einigt man sich auf sauberere Trennungen, womit die späteren Diagramme eine genauere Aussagekraft haben. Zur weiteren Erklärung gibt es kleine Anmerkungen. Einkauf bezeichnet unseren Lebensmitteleinkauf, ausgenommen werden alle Non-Foodartikel. Ext. Essen ist ebenso vom Einkauf ausgenommen, da es externes Essen ist, wie Gordians Mensabesuche. Wohnung bezeichnet die Ausgaben, die der Wohnung zu Gute kommen oder Haushaltsanschaffungen sind. Der Unterschied zwischen Transport und Reisen ist die Freiwilligkeit, d.h. die Reisen haben einen Urlaubscharakter und während dieser Zeit anfallende Kosten werden darin verbucht. Natürlich hatten wir an weitere Kategorien gedacht, uns fehlen aber die Mengen an Ausgaben, die den größeren Aufwand rechtfertigen, daher gibt es wie üblich eine Kategorie Sonstiges. Man sieht allerdings, dass ein paar Ausgaben aus dieser Kategorie in eine andere Kategorie gewandert sind und der Anteil von 3% auf 1% gefallen ist.

Warum sind alle Angaben in Prozent?

Dies ist das Internet. Alle Menschen haben Zugriff auf diese Daten und die wollen wir nicht einfach so in die Welt zur Verfügung stellen. Dies gibt ein ungefähres Bild unserer Ausgaben unabhängig von unserem Haushaltseinkommen, was relativ stabil geblieben ist. Die Angaben in Prozent verhindern leider eine gute Vergleichbarkeit der Jahre untereinander.

Was gibt es spannendes zu sehen?

Für uns war spannend, zu sehen, wo viel Geld ausgegeben wird und wir daher noch Potenzial haben zu sparen oder das Geld an einer anderen Stelle sinnvoller einzusetzen. Manche Anteile lassen sich schwer ändern. Mit unserem Vermieter können wir nur bedingt über die Miete und Nebenkosten verhandeln. Auf der anderen Seite können wir die Ausgaben für Freizeitaktivitäten besser steuern. Hier sieht man, dass in den Jahren 2015 und 2016 die teuren Anschaffungen gemacht wurden, wie Fahrräder, Nähmaschine oder Grafikkarte. Diese Gegenstände können mehrere Jahre benutzt werden und es fallen Wartungskosten an, die geringer ausfallen. Spannend war ebenfalls zu beobachten, dass wir jedes Jahr in etwa die gleiche Summe ausgeben für Essen gehen, trotz dessen wir keinen festen Ausgehtermin haben.

Das war nur ein kleiner Einblick, was wir mit unseren Ausgabenübersichten machen können. Da wir noch weitere Ausgaben und Einnahmen haben, kann man eine monatliche Budgetierung bei Einsparnotwendigkeit diskutieren oder sehen, welches Einkommen bei Gehaltsverhandlungen erzielt werden sollte, um unseren Lebensstil aufrecht zu erhalten :-). Es ist für uns inzwischen zu einer Angewohnheit geworden alles zu dokumentieren, daher ist es keine Aufgabe die einem quälend erscheint, sondern nebenbei erledigt wird. Es lohnt sich!

Bei den Steuern hilft es abzuschätzen, was alles abgesetzt werden kann und das ist meist mehr als man denkt. Also los, auf an die Steuererklärung…