Auch wenn das neue Jahr schon ein paar Tage alt ist, wollten wir Euch noch einen Einblick in unser vergangenes Jahr 2017 geben. Die wunderbaren Erfahrungen, die wir machen durften und die Geschichten, die uns beschäftigt haben…

Was war.

Es war ein ruhiges Jahr. Es gab nur ein Datum, auf das sich alles konzentrierte: der 11.11. Nicht, weil wir eine heimliche Begeisterung für Fasching oder Karneval hegen, sondern weil es der berechnete Entbindungstermin für unseren Familienzuwachs war.

Nachdem unsere Familienplanung im letzten Jahr nicht wie gewünscht verlief, konnten wir es in diesem Jahr gar nicht erwarten, dass unser großer Wunsch in Erfüllung gehen würde. Und umso mehr freuten wir uns, als wir im März die ersten Ultraschallaufnahmen sehen konnten. Von da an, war es ein Jahr, das im Zeichen der Schwangerschaft stand und mit Vorfreude auf den zu erwartenden Nachwuchs geprägt war. Mit allen Höhen und Tiefen.

Natürlich ist die Freude auf ein solches Ereignis, das den Rest des Lebens verändern wird, riesengroß. Doch zuvor musste Kristin tapfer die meisten Beschwerden einer Schwangerschaft über sich ergehen lassen: Morgenübelkeit, Schwindel und Verzicht auf Camembert (Wir gehen kein Risiko ein!). Und dann heißt es warten, während im Freundeskreis jede Menge Kinder zur Welt kamen, konnten wir es kaum abwarten, selber Eltern zu werden.

Bis es November wurde, waren auch noch weitere Schritte zu bewältigen, um sich auf den neuen Umstand einzustellen: Baby- und Kleinkindliteratur wälzen, Tipps und Ratschläge aus allen Ecken bekommen, Geburtsvorbereitungskurs (mit und ohne mich), Aufbau von Wickeltisch, Kinderbett und Kinderwagen. Daneben noch die Organisation einer Hebamme für die Nachsorge, Besuchen der Entbindungskliniken, Stolz den runder werdenden Bauch präsentieren und die Formalitäten vorbereiten, für Kindergeld, Elternzeit und Versicherungen, zudem häufige Spaziergänge, ausgewogene Ernährung und, und, und. Und das während man noch einen Arbeitsalltag zu bewältigen hat.

Dann kam der 11.11. und es passierte nichts. Der 12.11. kam und es passierte nichts. So kamen und gingen der 13.,14.,15.,16.,17.,18.,19. November und nichts rührte sich. Das Baby hatte es sich scheinbar zu gut gehen lassen und wollte seine wohlige Position nicht hergeben. Als wir am 20.11. dann andere Seiten aufzogen, konnte es dann endlich losgehen.

Unser kleine Knabe schielt verstohlen in die Welt.

Wer eine Geburt miterlebt hat, wird mir sicher zustimmen, dass es ein sehr anstrengender und auslaugender Prozess ist, der viele Nerven erfordert und auch die eine oder andere Tasse Kaffee. Daher möchte ich nicht wissen, wie es Kristin dabei ergangen ist, die dazu noch einiges an physischen Schmerzen über sich ergehen lassen musste, um am Ende unser kleines Wunder in die Arme schließen zu können: Findus Simeon Kabelitz. Geboren am 20.11. im Mannheimer Diakonissenkrankenhaus.  Mit den ersten Schreien, fiel mit einem Mal die Spannung ab und ein Glückshormonrausch flutete den Körper. Er war 54cm und wog 3880g; eine gesunde Erscheinung.

In den kommenden Tagen waren wir mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wie einem schnellen Gewichtsverlust und einer Gelbsucht. Zunächst mussten wir unsere Vorstellung eines vollgestillten Kindes aufgeben, doch mit Kristins Ausdauer hat sie es geschafft, dass er nun voll gestillt werden kann. Die ganzen elterlichen Problemchen, wie man Hautausschlag richtig einschätzt, die Bändigung des Kleinen auf dem Wickeltisch, hygienische und gesundheitliche Aspekte sowie Schlafprobleme, stürzten auf uns ein. Und das Internet bietet nicht immer die beste Lösung. Zusammen mit Unterstützung unserer Hebamme und Hilfe aus dem Familien und Freundeskreis, haben wir inzwischen gelernt, die Situation gelassen in den Griff zubekommen und uns auf neue Abenteuer einzulassen.

Unserem gemeinsamen Projekt die höchsten Berge/Punkte der Bundesländer zu erklimmen, konnten wir Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Saarland und Rheinland-Pfalz hinzufügen. Wir konnten zum Beispiel den Dollberg im Rahmen unseres kleinen Erholungsurlaubes im Saarland (Ja, Urlaub im Saarland) erwandern. Später im Jahr konnten wir, unter dem Vorwand ein Kind zu beaufsichtigen, endlich das Legoland besuchen. Leider merkt man dort sehr schnell, dass die eigenen besten Tage der Jugend bereits der Vergangenheit angehören. Mit dieser Erkenntnis setzten wir uns bei Methods 30. Geburtstag in Wilsickow auseinander, kamen aber zu dem Ergebnis, dass durch die vergangene Zeit wunderbare Begegnungen und Freundschaften entstanden sind. Leider ist für uns dieses Jahr die SPIEL 2017 (Spielemesse in Essen) ausgefallen, doch konnten wir unsere Leidenschaft wieder im eigenem Hause und bei Mannheim Spielt! ausleben. Auch ein paar Tage im Harz waren uns beschert. Zum einen für einen Kurzurlaub in der Börde und zum anderen für unser Treffen unserer Lübecker SMD-Freunden. Eigentlich wollten wir an beiden Besuchen wandern gehen, doch der Schwangerschaftsbauch von Kristin machte sich doch schon bemerkbar. Daher haben wir es uns dieses Jahr viel zuhause gemütlich gemacht und unser Nest eingerichtet.

Angesichts dieser Entwicklung sind dieses Jahr kaum spektakuläre Ereignisse gewesen: Kristin stand zum ersten Mal auf Ski und konnte nach einem anstrengenden Übungstag die Piste für fortgeschrittene Anfänger bewältigen. Wir haben wieder unseren Balkon in eine blühende Landschaft verwandelt und um einen selbstgebauten Kompost erweitert, was uns einiges an Hausabfällen gespart und uns hoffentlich nächstes Jahr mit frischer Erde versorgen wird. Das Nähen bleibt weiterhin Kristins Lieblingshobby. Nun kann Sie endlich die ganzen niedlichen kleinen Kleidungsstücke an Findus ausprobieren, nachdem sie jahrelang anderen jungen Müttern damit eine Freude gemacht hat.

Ich bin weiterhin an meiner Doktorarbeit zugange, auch wenn ich dafür zwei Jobangebote ausschlagen musste. Aber es passte einfach nicht alles so schön zusammen, dass ich diese Arbeiten annehmen hätte können. Darüber hinaus habe ich es geschafft viele Objekte, die ich seit Jahren in unserem Haushalt eher beobachte, als benutze, auszusortieren und an Menschen zu geben, die mehr damit anfangen können. Es tut doch gut, weniger Ballast zu haben. Darüber hinaus pflege ich auf unserem Blog (www.kabelitzens.de) Beiträge zu Themen zu schreiben, die ich interessant finde. Das kann neuerdings sporadisch werden.

Was ist.

Die Familie Kabelitz Ende 2017

Wir leben nun mit einem kleinen Knaben, der gesund und munter unseren Tag lautstark auf den Kopf stellt. Wir erweitern jeden Tag in kleinen Schritten unseren Horizont, auch wenn es nur ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ist, einige Stunden ohne Kind oder das Weihnachtsfest. Jede neue Errungenschaft lässt sich uns sicherer fühlen. Wir freuen uns, dass ich ohne Probleme eine zweimonatige Elternzeit nehmen konnte, um alles gemeinsam zu erleben. Wir gestalten unseren Alltag je nach dem Entwicklungsstand von Findus und versuchen einen Rhythmus hineinzubringen, um nicht in einem latenten Stresszustand leben zu müssen. Das gelingt inzwischen gut, so dass ich Zeit habe Euch diese Zeilen zu schreiben. Es fällt zwar hin- und wieder schwer zu interpretieren, was er mit seinem Gewimmer erreichen will. Hat man die Grundbedürfnisse nach Nähe, Nahrung, Wärme und Müdigkeit gestillt, kehrt aber schnell Ruhe ein. Wir sind froh darüber, dass wir mit Findus keinen Dauerschreier haben, sondern ein Baby, das sichtbar genießt, wenn es ihm gut geht. Seit einigen Tagen werden wir für unseren Einsatz mit einem Lächeln belohnt, was wunderbar ist.

Das Weihnachts- und Silvesterfest feiern wir im Kreise der Familie und Freunde. Es ist gut Menschen zu haben, die einem helfen und mit denen man sich austauschen kann. An dieser Stelle wollen wir allen danken, die sich während der Schwangerschaft und nach der Geburt um uns gekümmert haben und uns mit vielen Glückwünschen und kleinen Aufmerksamkeiten bedacht haben.

Was wird.

Hoffentlich nicht zu viele Nächte, in denen das Kind zum Einschlafen stundenlang durch die Wohnung getragen werden will. Was wird, kann man für das nächste Jahr nicht vorhersehen. Wir haben es kaum gewagt konkrete Pläne zu machen, weil wir nicht wussten, wie das Jahr 2017 für uns ausgehen würde. Mit Findus haben wir eine Dauerbaustelle, der wir uns mit voller Hingabe widmen wollen, womit das eine oder andere Hobby oder Interesse erst einmal in den Hintergrund treten wird. Was uns wichtig ist, und uns durch die Geburt unseres Sohnes noch mehr vor Augen geführt wurde, ist ein bewussterer Umgang mit Allem, was uns umgibt. Seien es Ressourcen, Mitmenschen oder auch die Zeit, die wir zur Verfügung haben. Deshalb wollen wir uns weiterhin bemühen, unseren Ressourcenverbrauch zu verringern, mehr Zeit für Familie und Freunde zu haben. Ich habe noch bis Mitte Januar Elternzeit, so dass wir die gemeinsame Zeit als Familie noch etwas genießen können, bevor es in das letzte Jahr der Promotion geht. Kristin hat für 2 Jahre Elternzeit beantragt und wird diese Zeit mit Findus hoffentlich genießen und abwechslungsreich gestalten können. Ansonsten werden wir uns an der Entwicklung des Jungen erfreuen.

Wir freuen uns auf die Zeiten, wenn wir unserer gemeinsamen Leidenschaft, den Gesellschaftsspielen, wieder widmen können, und besonders auf die Zeiten, wenn wir zu dritt spielen können…

Wir freuen uns auch darauf jeden von Euch dieses Jahr wiederzusehen oder voneinander zu hören/lesen.

Viele liebe Grüße,

Kristin, Gordian und Findus
„Die Kabelitzens“