Wandern in Deutschland ist in unserer Generation leider nicht mehr ein Urlaub, von dem man begeistert erzählt. Insbesondere da Flüge überall hin günstig geworden sind, ist es beinahe schon eine kulturell-intellektuelle Pflicht dies zu nutzen. Wandern in Deutschland? Da gibt es nur Forstwald und ältere Herrschaften, könnte man die gefühlte Lage beschreiben. Doch bei genauerem Hinsehen gibt es auch hierzulande wunderbare Schätze.Bei unserem vergangenem Urlaub im Saarland (eher spontan, als geplant) sind wir auf Deutschlands jüngsten Nationalpark gestoßen: Saar-Hunsrück. Wer glaubte, es gibt in Deutschland schon eine lange Tradition der Nationalparks, der irrt sich. Erst 1970 (pünktlich zum großen Waldsterben) wurde der Nationalpark Bayerischer Wald gegründet. Der Jüngste der Parks wurde erst 2015 ins Leben gerufen.

Und genau in diesem Park gibt es etwas, was uns interessiert und wir deshalb beschlossen, diesem einen Besuch abzustatten: die höchsten Gipfel der Länder Saarland und Rheinland-Pfalz.

Saarland: Dollberg

Der Gipfel des Dollbergs

Mit seinen 695,4 Metern ist der Dollberg die Spitze des Saarlandes. aber auch nur, weil die Grenze zu Rheinland-Pfalz nicht 30 Meter weiter östlich verläuft, sonst wäre es der 60 Zentimeter kleinere Schimmelkopf es gewesen. Womit der Dollberg nicht aufwarten kann, ist eine herrliche Aussicht. Er liegt mitten im Wald am Saar-Hunsrück-Steig und wird lediglich von einem Schild als Gipfel ausgezeichnet. Allerdings ist der Weg zu diesem Ort umso schöner. Man läuft an einer keltischen Festungsanlage (Anschauen lohnt sich) vorbei, bevor man auf einem kleinen, mit jungen Buchen bewachsenen Pfad in den Nationalpark eindringt. Ab hier hört man nur noch das Rascheln des Laubes und Vogelgezwitscher. Ansonsten ist man sich selbst überlassen und fühlt sich an einen zeitlosen Ort versetzt.

Impressionen des Nationalparks Saar-Hunsrück

Bergpunkte: 3/10 (Wanderpunkte: 6/10)

Rheinland-Pfalz: Erbeskopf

Die höchste linksrheinische Erhebung ist der Erbeskopf. Seinen Namen hat er von den Kelten bekommen, was soviel bedeutet, wie des Ebers Land. Die hat man aber nicht gesehen. Sondern nur einen wunderbaren Ausblick über das Land.

Ausblick vom Erbeskopf nach Norden über die Skipiste

Der Weg hoch ist nicht lang (man kann auch direkt am Fuß des Berges Parken oder gar hinauffahren), und hat eine ordentliche Steigung. Von oben hatten wir zu unserem Glück eine wunderbare Aussicht, denn die meisten Tage im Jahr scheint

Es gibt kein Gipfelkreuz, nur eine Metallplatte

es um den Berg eher wolkig oder nebelig zu sein. Es teilen sich einige militärisch genutzte Gebäude und eine Wetterstation mit einem Skulpturenpark den Kopf, aber das interessanteste ist die Aussichtsplattform Windfang, von der wir ins weite Land schauen konnten. Das war aber auch schon alles, was man über den Erbeskopf sagen kann. Es gibt noch einen zusätzlichen Aussichtsturm, der war allerdings gesperrt.

Bergpunkte: 4/10

Damit haben wir bereits die Hälfte der mehr oder minder hohen Berge der Bundesländer erklommen und sind immer noch gespannt, was uns an den anderen erwarten wird.

Die anderen Beiträge sind:
Die höchsten Berge der Länder und Die höchsten Berge im Norden.

Viele Grüße,
euer Gordian