Kabelitzens - Der Blog

Szenen aus dem Leben

Kompost für den Balkon

Liebe Freunde des kleinen Gartens,

wie ihr sicher wisst, haben wir an unserer Wohnung keinen Garten und legten in den letzten Sommern auf unserem Balkon nicht unsere müden Leiber nieder, sondern einen Garten an. In den letzten Jahren funktionierte das Gärtnern sehr gut, so dass wir uns neue Herausforderungen für das kommende Jahr überlegt haben: Meine erste Herausforderung ist das Anlegen eines Kompostes.

Da das örtliche Müllentsorgungsunternehmen keine Trennung zwischen Bio- und Schwarzmüll wünscht und wir uns jedes Jahr neue Erde kaufen müssen, haben wir uns überlegt unsere Erde selber zu machen. Dazu haben wir nach einiger Recherche eine Idee entwickelt, um unsere Bioabfälle möglichst einfach und händelbar in wertvolle Erde zu verwandeln. Durch das Kompostieren wollen wir gleichzeitig auch unseren Müllverbrauch etwas senken. Damit sparen wir nicht nur den Weg nach unten, sondern auch einige Müllbeutel.

Auf Kristins Arbeit fallen während eines Prozesses Medientonnen ab, die recht dickwandig und vor allem verschließbar sind, an. Diese Tonnen fassen ca. 50 Liter und sollten damit erst einmal für das kommende Jahr reichen. Die Metallschelle am oberen Rand habe ich entfernt. Der Deckel hält auch ohne diese und der Zugang wird insgesamt einfacher.
Jetzt habe ich die zu bohrenden Löcher angezeichnet, damit der Kompost genug Luft bekommt und es nicht in der Tonne modert. Dazu kommt ein Türchen am unteren, um später die Möglichkeit zu haben die Erde von unten wegzuschaufeln. Macht die Tür groß genug für eine Hand mit einer kleinen Gartenschaufel (15cm x 20cm).

Work in Progress. Die ersten Löcher sind gebohrt. Das Vorbohren habe ich mit einem alten Holzbohrer mit 3mm gemacht. Dabei fliegt das Plastik ganz schön durch die Gegend. Also lieber in einem geschützten Raum machen, damit die Sammelei später nicht nervt. Die Löcher sind mit einem 8mm-Bohrkopf erweitert wurden, um die Belüftung sicher zu stellen. Alles in allem waren es um das Fass herum etwa 170 Löcher. Am Ende kommen weitere Löcher in den Boden des Fasses, damit sich dort keine Flüssigkeit ansammelt, die unangenehm riecht oder das ganze faulen lässt.

Am kompliziertesten war die Tür auf zu bekommen. Um den Werkzeugeinsatz einfach zu gestalten, habe ich mit engen Bohrlöchern die Kanten der Tür perforiert und dann mit einem Schlageisen die kleinen Brücken durchtrennt. Danach ist es wichtig, die Tür nicht wegzuschmeißen. Alle Kanten habe ich mit einer groben Feile entgratet, damit es schöner aussieht und ein geringeres Verletzungsrisiko besteht.

Aus dem Baumarkt habe ich ein Scharnier und ein Verschluss besorgt, die die Tür halten und verschließen, so dass nichts unten herausfällt, aber man gut an die Erde kommt. Mit einer alten Schraube ist es bestens gegen das selbstständige Öffnen gesichert. Es ist nicht die schönste Konstruktion, aber funktionell. Die Türschlitze wirken als zusätzliche Belüftung.
Nun steht die Tonne auf dem Balkon. Damit die Flüssigkeit ablaufen kann, ist sie auf ein paar Steinen aufgestellt. Darunter haben wir einen Topfuntersetzer geschoben. Bestimmt kann man die abgelaufene Flüssigkeit mit den ganzen Nährstoffen als Dünger o.ä. einsetzen.  Zu guter Letzt gibt es einen Blick in die Tonne. Dabei sieht man die Löcher und am Boden etwas Holz, damit die Biomasse nicht direkt auf dem Boden aufliegt und die Luft auch dort zirkulieren kann. Zum Starten braucht es nun noch etwas Erde aus einem Park oder anderen Kompost, da wir keine Mikroorganismen in diesem (ehemals sterilen) Fass vermuten. Über die nähere Funktionsweise hat Kristin sich informiert und wir haben schon einfaches Papier, um die Feuchtigkeit regulieren zu können, aber es geht auch Tierstreu, wenn man Tiere im Haus hat. Ab und zu etwas umschichten könnte wahrscheinlich auch nicht schaden. Vielleicht zieht auch der eine oder andere Regenwurm ein.

Was darf auf den Kompost. Erst einmal alles, was in der Küche anfällt, solange es nicht gekocht wurde oder unverderbliche Teile, wie Plastik, enthält. Natürlich darf Glas, Metall und Stoff auch nicht hier landen, da es nicht verrottet. Papier geht nur gut, wenn man es zerkleinert und nur dazu benutzt einen zu feuchten Kompost etwas Flüssigkeit zu entziehen. Fallen beim Gärtnern Pflanzenreste an, können die auch hier drin landen. Laub geht in kleinen Mengen, verrottet aber meist nicht so schnell.

Wie unser Balkongartenkompost gestartet ist und wie es weitergeht, werden wir später hoffentlich berichten können.

Hast du Erfahrungen damit gemacht, auf einem Balkon zu Gärtnern und einen Tip für uns. Wir sind noch immer lernende und freuen uns auf deine Ideen.

Viele Grüße,

deine Kabelitzens

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  1. Hallo,

    was ist aus diesem Projekt geworden? Haben nämlich die gleiche Idee gehabt, stehen aber noch am Anfang.

    lg
    Oleg

    • Gordian Kabelitz

      Hallo Oleg,

      das Projekt ist immer noch am Laufen. Ich habe allerdings nicht so viel mit dem Kompost mehr zu tun. Meine Frau verwendet ihr häufiger. Zwei Dinge habe ich aber bemerkt.
      1. Wir haben durch den Kompost einen wesentlich kleineren Hausmüll (leider gibt es bei uns im Haus keine Trennung zw. Hausmüll und Kompost).
      2. Seit dem Beitrag landet alles, was geht in dieser einen Tonne und bis zum heutigen Tag ist sie nicht voll geworden. Es geht scheinbar eine riesige Menge rein, wenn es zusammensackt.

      In der Anfangszeit hatten wir jede Menge Fruchtfliegen. Das lag an dem zu feuchten Kompost. Wir haben das Problem mildern können, in dem wir in die Kompostschale, in der wir die Abfälle sammeln, bevor wir sie auf den Balkon bringen, ein Blatt Zeitung einlegen. Das hat zwei Effekte: Zum einen wird der Kompost trockener gehalten und zum anderen muss man nichts aus der Schüssel kratzen. Es fällt alles von alleine ab. Schüssel abspülen und weiter benutzen.

      Im kommenden Jahr wollen wir dann das Ergebnis des Verrottungsprozess ansehen. Momentan habe ich kein aktuellen Zwischenergebnis. Ich kann aber mal meine Frau fragen, wie der Fortschritt ist und vlt. schreibe ich dann mal einen neuen Beitrag über das Zwischenergebnis.

      Habt ihr schon einen Plan oder schaut ihr euch noch nach Möglichkeiten um? Habt ihr schon länger Erfahrung im Balkongärtnern? Ich freue mich auf einen Austausch.
      LG,
      Gordian

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