Seit dem 20. Januar 2017 hat die USA einen neuen Präsidenten: Donald Trump. Er beherrscht nicht erst seitdem die Schlagzeilen in den Vereinigten Staaten. Und auch die europäischen Medien finden immer wieder etwas über ihn zu berichten. Meist nichts gutes.

Doch ist es manchmal schwer der US-Politik und den Medien jenseits des Atlantiks zu folgen, das Geschehen einzuordnen und sich dabei nicht an trockener Politik zu verschlucken. Deshalb möchte ich kurz meine bevorzugten „Quellen“ vorstellen.

Mit Recht kann man behaupten, dass ich von meiner Einstellung her einer gewissen Voreingenommenheit unterliege. Dennoch finde ich insbesondere die LateNightShows gut. Denn Sie geben einen flotten Überblick, verweisen auf Quellen, wenn ich mehr wissen möchte und lassen sich super praktisch zum Frühstück schauen. Sämtliche Shows sind nur auf Englisch verfügbar.

Late Show with Stephen Colbert

Stephen Colbert macht bissige Satire und hat ein gutes Stand-up, das bei Youtube hochgeladen wird. Das ist auch der Teil, den ich mir ansehe, da die Gäste meistens (außer Ian Stewart) ihre eigenen Projekte vorstellen. Daher gibt es fast täglich ein 7-10 minütiges Video in dem die Nachricht, die die Schlagzeilen beherrscht, satirisch besprochen wird. Obwohl er versucht sachlich zu bleiben, kann er doch manchmal ziemlich ausfällig werden. Aber anders bekommt man wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit.

Daily Show with Trevor Noah

Die Daily Show ist ein amerkanisches Urgestein der Satire-Late-Shows. Seit Ian Stewart sich zur Ruhe gesetzt hat, ist die Moderation von Trevor Noah übernommen wurden. Die Themen sind ebenso die amerikanische Politik, aber auch der schwelende Rassismus und Klimaschutz. Die Pointen sind zum einen Teil sehr einfach platziert, es finden sich häufig subtilere Noten von Satire und Kritik. Trevor Noah versteht es aber auch an Punkten, wo der Spaß seine Grenzen kennt, ernsthaft eine Botschaft zu vermitteln, was ich von einer Sendung erwarte, die sich mit diesen Themen auseinandersetzt. Es hebt sich dadurch von der Late Show mit Stephen Colbert ab.

Last Week Tonight with John Oliver

Abgesehen von seinen witzigen britischen Akzent und dem entsprechenden Aussehen, sind die Themen, mit denen sich diese Show beschäftigt, wichtig für ein tieferes Verständnis der amerikanischen Kultur. Es werden nicht nur aktuelle politische Beiträge gesendet, sondern das Hauptstück, das wöchentlich auf Youtube hochgeladen wird, zeigt die vielen Facetten der US-Gesellschaft und deren Probleme. Es geht um die Verwendung von öffentlichen Geldern, der Einfluss von Sport, Lobbyismus und vielem Mehr. Dabei ist John Oliver zwar witzig, macht aber auch klar, wo die wichtigen Punkte sind, die er gerne verstanden wissen möchte. Darüber hinaus begleitet er seine Show mit witzigen Aktionen, die das angesprochene verdeutlichen oder versuchen Lösungsstrategien darstellen. So hat er als Beispiel für die vielen steuerfreien Religionsgemeinschaften, deren spirituellen Führer von den Spenden der Gläubigen ein luxuriöses Leben führen, eine eigene Kirche gegründet: Our Lady of Perpetual Exemption (etwa „Unsere Dame der ewigen Ausnahme“, die Kirche ist bereits wieder geschlossen, das eingenommene Geld wurde an Ärzte ohne Grenzen gespendet).

Natürlich gibt es noch einige weitere Shows, allein zum schauen fehlt mir die Zeit. Durch die hier kurz vorgestellten füllt sich mein Bedarf an US-Shows komplett, so dass ich kaum noch US-Serien schaue. Aber mindestens genau so gut unterhalten werde.

 

Wenn du noch andere Shows mit diesem Charakter kennst, dann lass es mich wissen. Ich bin echt gespannt, was da noch unentdecktes gibt (insbesondere, da Last Week Tonight immer wieder mal Pause macht).

Über Deutsche Show, die ich gerne schaue, kann ich später gerne auch etwas schreiben. Bis dahin viel Spaß beim Schauen und Lachen,

euer Gordian