Wenn die die Box (erster Artikel) das Skelett und die Elektronik (zweiter Artikel) die Organe sind, dann ist die Software das Hirn und die Nerven. Damit kommen wir zum vorerst abschließenden Teil meiner kleinen Photobox. In diesem Artikel werden wir kurz einen Blick auf die Software werfen, die auf dem Raspberry Pi läuft. Das ist weniger als ich es mit vorgestellt hatte.

Den Raspberry Pi vorbereiten

Wie im zweiten Artikel bereits erwähnt ist die Zentrale der Photobox ein Raspberry Pi der ersten Generation. Daher sollte alle nachfolgenden Modelle, die gleichen Aufgaben ohne Probleme bestreiten können.

Als erstes hatte ich eine leere SD-Karte mit dem Raspian der Raspberry Foundation. Auf deren Webseite findest du eine Anleitung der Installation des Betriebssystems auf der SD-Karte. Die fertige Karte kannst du direkt in deinem Pi verwenden. Desweiteren ist es nützlich den Internetzugriff zu ermöglichen, da einige Programmdateien und Updates nachgeladen werden müssen und dazu das bereitgestellte apt-get benutzt wird.

Sollte die Internetverbindung bestehen kann man direkt mal mit

$ sudo apt-get update | apt-get upgrade

die Installlisten und die Programme auf den neusten Stand gebracht werden.

Die notwendigen Softwarepakete installieren

Für die Software, die in Python geschrieben ist, befindet sich ein Interpreter praktischerweise direkt auf dem Pi (IDLE Editor). Daher muss eine Bibliothek für die Kamera und eine weitere Bibliothek für das Anzeigen der Bilder nachgeladen werden. das wird mit den folgenden Befehlen erledigt.

$ sudo apt-get install python-picamera python3-picamera

Weitere Hinweise und Tutorials kannst du in der Dokumentation der Pi-Kamera ansehen.

Dann kümmern wir uns um die Bluetooth-Verbindung zu der Wii-Mote. Dazu schließen wir den Bluetooth-Dongle an und starten den Pi neu.

$ sudo apt-get install bluetooth
$ sudo service bluetooth status
$ /etc/init.d/bluetooth start
 Als nächsten Scannen wir nach einem Gerät, dass ebenfalls Bluetooth unterstützt. Dazu  führst du den nächsten Befehl aus und drückst die Knöpfe 1 und 2 auf der Wii-Mote. Jetzt sollte sich die Wii-Mote melden und die Bluetooth-Adresse freigeben.
$ hcitool scan

 

Um die Wii-Mote nutzen zu können, benötigen wir die Python-Bibliothek, um Informationen auszutauschen. Diese Bibliothek ist für Python 2.7 unterstützt. Es gibt eine Bibliothek für Python 3.x; damit hatte ich allerdings mehr Probleme als Freude und da wir einen schönen schnellen Prototyp haben wollen, nehmen wir den einfacheren Weg:

sudo apt-get install python-cwiid

Zu guter Letzt benötigen wir noch ein Python-Bibliothek, die uns beim Bilder laden und anzeigen unterstützt. Da hatte ich mich für PyGame entschieden. Ich denke, dass ist eigentlich ein Overkill, bringt aber neben einer einfachen Nutzung viele Möglichkeiten mit die Oberfläche nach eigenen Wünschen zu gestalten. Die PyGame-Bibliothek ist auf dem Pi vorinstalliert.

Damit man alle Tools zur Hand, um seine eigene Photobox zu gestalten.

Falls du als Einstieg einen kurzen, aber funktionalen Code haben willst, kannst du gerne von Github die erste Version des Codes kopieren: Photobooth Code

Ich habe versucht den Code übersichtlich zu schreiben und ausreichend zu kommentieren. Sollten Fragen sein, werde ich gerne eine Antwort finden. Wenn ich wieder Zeit finde, werde ich das ganze Projekt etwas erweitern. Dann könnte man entweder Lichter hinzufügen, einen Hardware-Auslöser oder die weiteren Tasten der Wii-Mote für Filter oder ähnliches nutzen.

Bis dahin, wünsche ich viel Spaß beim Bauen und Ausprobieren (das ist es doch, worum es geht).

Euer Gordian