Wozu in die Ferne schweifen?
Sieh das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.
– Erinnerungen von Goethe

Den Einwohnern der USA steht nach der declaration of independence das Streben nach dem Glück als eines der Grundrechte zu. Diesen Anspruch auf Glück möchte ich auf die Menschheit hin verallgemeinern. Den jeder Mensch hat seiner Natur nach die Eigenschaft inne seinem Leben eine Bedeutung zu verleihen. Die für uns damit interessante Frage lautet demnach:

Wie kann ich meinem Leben eine Bedeutung geben oder wie stehe ich zu meinem Leben?

Wie im vorherigen Beitrag bereits erwähnt, stellt das Glück das Ziel unser Rezeptur dar. Es kommt in so vielen Formen, wie es Menschen gibt, den jeder Mensch als Individuum hat seinem Leben eine Bedeutung zu geben bzw. nimmt eine einmalige Haltung zu seinem Leben ein.

Der Mensch ist die einzige und gleichzeitig vielfältigste Zutat für unser Rezept. Alles andere sind nur Gewürze, die das Ganze zwar schmackhaft machen, aber ohne die Hauptzutat vollkommen nutzlos sind. Wir werden also uns selber (als Koch) und die anderen Menschen betrachten (als Zutat, klingt makaber ist aber so).

Kannst du dir selber sagen, was du für ein Bild von dir hast? Nimm dir ein Stift, einen Zettel und fünf Minuten. Schreibe auf, was du über dich denkst oder welche Eigenschaften du dir zuschreibst. Für viele Menschen ist diese Übung nicht einfach. Es handelt sich um eine einfache Selbstreflexion. Vielmehr sind wir es gewohnt uns über unsere Mitmenschen zu definieren und Vergleich anzustellen, um uns einzuordnen. Zuerst wollen wir aber unser Selbstbild festhalten. Das ist das Bild, was von sich selber hat. Anhand der gewählten Begriffen und Aussagen lässt sich ebenfalls ein kleiner Ausblick auf deine Haltung zum Leben werfen.

Einige zentrale Begriffe in der Frage der Selbstreflexion sind das Selbstbild, die Selbstakzeptanz und der Selbstwert. Zu jedem der Begriffe wurde einiges an Literatur veröffentlicht, daher ganz kurz:

Selbstbild – Das Konzept, das man von sich selber hat. Es enthält unter anderem die Moral, Vorstellung eigener Eigenschaften und die eigene Biographie.

Selbstakzeptanz – die Fähigkeit zur Selbstkritik, Sinn für Humor, Flexibilität und Lebensfreude. Fehlende Selbstannahme bewirkt ein ständiges Suchen nach Anerkennung, ein Zuviel an Selbstakzeptanz Arroganz

Selbstwert – psychisches Grundbedürfnis für eigene Bewertung von eigenverantwortliches Leben, Behaupten der eigenen Person, zielgerichtetem Leben und der persönliche Integrität.

Diese Begriffe gründen in etwa die Grundlage auf denen eine gesunde Attitüde und Motivation zu einem erfüllenden Leben liegen. Sie sind der innere Schatz unser Selbst. Menschen, deren Selbstbild vom Fremdbild (das andere von mir haben) abweicht, können sogar unter Depressionen leiden oder psychisch erkranken. Meistens leidet die Selbstakzeptanz ebenso.

Menschen, deren Selbstwahrnehmung gesund ist, werden wir als ausgeglichen wahrnehmen. Die Selbstakzeptanz ist, meiner Meinung nach, der wichtigste Begriff in diesem Tripel. Sie erlaubt es uns selber zu verzeihen und Beulen in den anderen Bereichen auszubessern. Das Selbstbild scheint kaum Einfluss auf unsere Lebensbereiche zu haben, die uns erfüllen. Es bildet unsere Geschichte, aus der wir zwar lernen können, aber die nicht unbedingt unsere Zukunft sein muss, solange wir uns ändern können.

Das mit dem Glücklichsein würde sich doch einfach lösen lassen, wenn ich direkten Zugriff auf diese kognitiven Bereiche meiner Selbst hätte. Wie das Sprichwort sagt, kann man zwar nicht aus seiner Haut heraus, aber man kann sie von Innen gestalten.

Ich werde vlt. später einmal ein paar mehr Hinweise zur menschlichen Psyche und der Suche nach dem Glück geben, aber im nächsten Teil werden wir uns ein paar einfache Rezepte anschauen, um einen Vorgeschmack zu bekommen und eine Möglichkeit endlich nach der Theorie etwas auszuprobieren: Das Handwerk des Glücks.