Nachdem ich im letzten Post die Motivation erklärt habe und schon einige Aspekte des Brauens benannt habe, geht es heute hier richtig zur Sache. Ich werde erzählen, was wir alles brauchen und wie der erste wichtige Schritt beim Brauen abläuft, damit du einen kleinen Einblick in den aktuellen Stand hast.

Wie schon erzählt haben, wir unsere Brauutensilien von Besserbrauer bezogen. In der Braubox befindet sich eine Gärflasche mit Gärspund, etwas Sterilisationsmittel, eine Bierpumpe mit Schlauch, ein Thermometer und ein Heft mit Bierwissen.

Die von Besserbrauer geliefterte Box mit den Zutaten

Die von Besserbrauer geliefterte Box mit den Zutaten

Da wir zum wiederholten Male brauten, benötigten wir ein weiteres Zutatenset. Nach den beiden Pale Ales entschieden wir uns nun für ein Sommerweizen (ok, es war schon November, aber ein ganz warmer November).

In dieser Box befinden sich die Zutaten: Malz, Hopfen, Hefe. Dazu gibt es eine kleine Anleitung, die einen Schritt für Schritt durch den Brauprozess führt, dass man kaum etwas falsch machen kann. Ich werde die einzelnen Schritte nur relativ kurz erläutern und anmerken, worauf man achten sollte.

Das Maischen

Zum Maischen wird das Malz benötigt. Man möchte in diesem Schritt die Stärke (den Zucker) aus dem Korn holen. Dazu wird es je nach Sorte kürzer oder länger erhitzt. Dabei ist es wichtig, dass die Maische eine bestimmte Temperatur hat, damit der Zucker sich lösen kann, aber nicht zu heiß.

Der Inhalt der Braubox, hinten: Das Malz, vorne v.l.n.r: Hopfenpellets, Anleitung, Hefe

Der Inhalt der Braubox, hinten: Das Malz, vorne v.l.n.r: Hopfenpellets, Anleitung, Hefe

  • Um den Geschmack nicht negativ zu beeinflussen lohnt es sich einige stille Mineral- oder Quellwasser auszuprobieren. Je neutraler es schmeckt, um so besser. Generell kann man auch Leitungswasser nehmen, aber bei uns ist es z.B. zu kalkig.
  • Erhitze das Wasser im (entkalkten) Wasserkocher. Das geht meist schneller.
  • Es ist besonders darauf zu achten, dass der Topf, den man benutzt etwa 2 Liter mehr fasst, als Wasser benötigt wird. So wird einmal das Malzvolumen aufgenommen und das Umrühren birgt weniger Gefahren des Kleckerns bzw. des Überschäumens.
  • Messt kontinuierlich die Temperatur (manche Deckel haben ein kleines Loch, durch das der Messfühler des Multimeters gut passt). Wird es zu heiß, muss der Topf von der Energiequelle.
  • Wenn man Zeit und die nötigen Teile hat, ist dieser Teil ein Prozess, der sich gut automatisieren lässt. Dann hat man Zeit sich auf die weiteren Schritte vorzubereiten.

    Die Maische wird bei 60-65°C gehalten

    Das Maischekochen wird durch das Thermometer überwacht. Das häufige Umrühren sorgt für eine gleichmäßige Temperaturverteilung

Das Läutern

Der zweite Schritt, um die Stammwürze vorzubereiten. Hierbei wird die gekochte Maische von dem ausgekochtem Zucker getrennt. Das passiert mit Hilfe eines großen Küchensiebs. Es wird der Inhalt des Topfes mit einer Schöpfkelle durch das Sieb gegeben und in einem größerem Gefäß aufgefangen. Das Malz lagert sich im Sieb ab und bildet den Filter, den sogenannten Treber ( aus dem man später leckeres Bierbrot backen kann). Zusätzlich kommt noch weiteres erhitztes Wasser, um den Treber auszulaugen. Spätestens an dieser Stelle hatten wir beim ersten Mal eine Sauerei, da unser Topf fast zu klein war und wir ständig gekleckert hatten.

Die gesamte durchgelaufene Flüssigkeit wird dann ein zweites Mal durch den Treber in den ersten Topf zurückgefiltert und wäscht dabei den verbliebenen Zucker aus. Das Ergebnis ist die Stammwürze. Es lohnt sich sowohl den Treber als auch die Stammwürze zu kosten.

  • Besorge ein möglichst großes Sieb. Es muss nicht feinmaschig sein, der Treber macht den Filter!
  • Bringe für diesen Schritt etwas Geduld mit und vielleicht zum ersten Umfüllen einen sauberen Eimer, auf den man das Sieb legen kann. Es von Hand zu halten kann schnell ermüden.
  • Nutze für den Nachguss auch dein stilles Wasser. Es wäre schade sich die Stammwürze mit Leitungswasser zu versauen, dass nicht gut ist.
  • Hebe den Treber unbedingt auf: Man kann ihr entweder einfrieren oder gleich super leckeres Treberbrot backen.

Zum Abschluss noch ein Bild unser fertigen Stammwürze. Sehr lecker sieht sie zwar nicht aus, aber deshalb besteht das Brauen auch aus weiteren Schritten. Die werde ich in einem weiteren Post erläutern.

Hast du bisher Fragen oder benötigst du eine genauere Anleitung? Was sind deine Tipps und Tricks beim Brauen? Welche Missgeschicke sind dir passiert bei deinen ersten Versuchen?

Hier kommst du nochmals zum letzten Post in dem ich das Brauen motiviere.

Nach dem Filtrieren ist die Stammwürze eine süße, trübe Flüssigkeit, die kaum Eigengeschmack hat

Nach dem Filtrieren ist die Stammwürze eine süße, trübe Flüssigkeit, die kaum Eigengeschmack hat